Was isst du auf dem Weg nach Malle?

Fluggesellschaften brauchen eine große Menge an Daten um eine Flugreise zu organisieren. Dafür legen Fluggesellschaften eine Passenger Name Record (PNR) an. Diese PNR entält alle wichtigen und weniger wichtigen Daten über die einzelnen Passagiere. So ist in der PNR neben der Anschrift, den Vielfliegerinformationen und Daten zum aktuellen Flug auch gespeichert, ob die Passagierin etwa koscheres Essen haben möchte. Diese Daten klingen nicht sehr aufschlussreich und trotzdem interessieren sich Ermittlungsbehörden dafür. Denn mit Einsicht in die PNR ist die Behörde darüber informiert, wer wann wohin fliegt.

Die EU-Kommission hat jetzt eine Richtlinie vorgeschlagen, wonach auch in der EU diese PNR auf vier Jahre gespeichert werden soll. Bis her war es so, dass die Fluggesellschaften selbst über die Verwendung und Speicherdauer der PNRs entscheiden konnten. Falls die EU-Richtlinie umgesetzt werden sollte, wird diese Speicherdauer fest vorgeschrieben und die Daten aus dem PNR an zentraler Stelle gespeichert. „Das ist neu, dass die Daten jetzt zusammengeführt werden und auf Vorrat bei Behörden hinterlegt werden, das ist eine neue Qualität“, so Uwe Kaminski vom Bündnis NoPNR, dass sich gegen Vorratsdatenspeicherung der Fluggastdaten einsetzt.

Vorratsdatenspeicherung für Flugdaten

Der Vorschlag der EU-Kommission die PNR vier Jahr zu speichern ist mit den deutschen Gesetzen zur Vorratsdatenspeicherung vergleichbar. Bei der klassischen Vorratsdatenspeicherung geht es darum, möglichst viele Metadaten, die im Bereich der Kommunikation anfallen, zu sammeln und zu verwerten. Bei der Speicherung der PNRs geht es darum, möglichst viele Daten, die beim Verreisen anfallen zu sammeln. So kann ein eventuell bestehendes Profil einer Person nach dem Big-Data-Prinzip durch die Daten aus der PNR verbessert werden. Um so mehr Daten vorhanden sind, um so wahrscheinlichere Aussagen können getroffen werden. Das birgt laut Uwe Kaminsky Risiken, wie Erfahrungen aus den USA zeigen. Dort soll es mehrmals zu ungerechtfertigten Einreiseverboten gekommen sein. „Denn es entscheidet ein Computeralgorithmus, ob man den Zielflughafen verlassen darf. Dann muss man mühsam nachweisen, dass falsch ist, was der Algorithmus ermittelt hat.“ Denn auch wenn durch große Datensätze sehr wahrscheinliche Aussagen getroffen werden können – sicher sind sie nicht.

Weiterführend sei noch der Vortrag von Alexander Sander auf dem Netzpolitischer Abend in der C-Base Berlin empfohlen: